Dr. med. Wolfgang Kühn

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Spezielle Kochsalztherapie bei Bandscheibenschäden,
besonders bei Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps)

Bei der Kochsalztherapie handelt es sich um eine Therapie mit 0,9-prozentiger Kochsalzlösung zur Lösung von wirbelumgebenden (perivertebralen) Verschlackungen sowie zur Behandlung von Reizerscheinungen, die von von der Wirbelsäule (segmental) ausstrahlen.

Mit einer speziellen Technik werden pro Sitzung eine Reihe von Injektionen durchgeführt. Eine wirksame Behandlung erfordert vier bis acht Sitzungen.

Die Wirkung kann wie folgt erläutert werden:

Dieser Therapiemethode liegt die entscheidende Erkenntnis zugrunde, dass Kochsalz die Pumpenaktivität der Nerven regeneriert, die örtliche Durchblutung steigert und damit die körpereigene Heilung einer Entzündung fördert.

Entzündungen und Entzündungsherde im Körper, vor allem um Nervenwurzeln, an Nerven selbst und im umgebenden Bindegewebe haben sich als grundlegende und häufige Ursache für Schmerzleiden sowie eine Fülle von anderen Erkrankungen erwiesen. Als Beispiel seien rheumatische Erkrankungen und chronische Schmerzen am Bewegungsapparat genannt.

Wenn die Entzündung nicht auskuriert wird, befreien Bandscheiben-Operationen den Patienten nicht von seinen Schmerzen. Solange die oder der Betroffene eine Entzündung in sich trägt, plagen sie oder er sich mit mehr oder weniger starken Schmerzen, die die Entzündung anzeigen. Operative Eingriffe entfernen zwar die Bandscheibentrümmer, doch die Entzündungen im Gewebe um die Nerven und Bandscheiben herum - und mit ihnen Schmerzen - bleiben oft bestehen.

Durch die physiologische Kochsalzlösung wird die Pumpenfunktion der Nerven - die sogenannte Natrium-Kalium-Pumpe - aktiviert und die Durchblutung in der Umgebung der Wirbel (perivertebral) wieder normalisiert. Stoffwechsel-Produkte, die die Entzündung und den Schmerz aufrechterhalten, werden abgebaut und ausgeschwemmt. So kann das Kochsalz den Heilungsprozeß in Gang setzen.

Insbesondere bei chronischen Krankheiten kann es in einzelnen Fällen anfangs und vorübergehend zu so genannten Erstverschlimmerungen kommen, mit intervallartiger Zunahme der Besserung im Heilungsverlauf.

Entsprechend der segmentalen neuralen Versorgung des Körpers entlang der gesamten Wirbelsäule wird eine Vielzahl von Krankheiten mit Kochsalztherapie behandelt.

Das Hauptanwendungsgebiet dieser Therapie wird jedoch durch Schäden an der Wirbelsäule (Bandscheibenschäden), und hier besonders durch Bandscheibenvorfälle und Bandscheibenvorwölbungen, gekennzeichnet. Zu den Zielen der Kochsalztherapie gehört hier,

  • Operationen nach Möglichkeit zu vermeiden,
  • Schmerzfreiheit zu erreichen,
  • Rückbildungen der Bandscheibenvorfälle und Bandscheibenvorwölbungen,
  • Beseitigung von Taubheitsgefühlen in Armen bzw. Beinen,
  • Wiederherstellung der Beweglichkeit,
  • Wiederherstellung der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Die Erfolgschancen der Kochsalztherapie sind vermindert,

  • wenn größere abgesplitterte, verhärtete Bandscheibenteile (Bandscheibensequester), die von der Durchblutung abgetrennt sind, vorliegen, oder
  • wenn bereits eine Bandscheibenoperation mit entsprechenden Vernarbungen des den Wirbel umgebenden (perivertebralen) Bindegewebes erfolgt ist.

Vorgewölbte Bandscheiben (Protrusion) bilden sich unter der Kochsalztherapie rasch zurück. Bei zerstörten Bandscheiben (Prolaps-gerissener Faserknorpelring mit herausgetretenem Gallertkern) tritt aufgrund des normalisierten Stoffwechsels in den meisten Fällen eine deutliche Schmerzlinderung und vielfach Schmerzfreiheit auf mit Normalisierung des lokalen Muskeltonus und der Beweglichkeit.

Durch eine Reorganisierung im Bereich des Bandscheibenvorfalls im Verlauf von Monaten ensteht auf diese Weise eine Stabilisierung des Behandlungsergebnisses (eigene Fälle mit CT-Kontrolle nach einem Jahr).

In ca. 80 % der Fälle von Rückenschmerzen mit oder ohne Bandscheibenvorfall habe ich eine rasche Besserung der Beschwerden beobachten können, auch wenn die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen schon viele Jahre bestanden.

Sensibilitätsstörungen bilden sich in der Regel allmählich zurück, sofern die Störung nicht zu lange besteht und dabei irreversible Nervenschäden erzeugt hat.

Sehr gute Ergebnisse sind nach meinen Erfahrungen auch bei Beschwerden im Hals-Nacken-Bereich, einschließlich Schulter-Arm-Syndrom, kalzifizierten Schultergelenken, auch mit Sensibilitätsstörungen der Hände zu erzielen.

Entsprechend der segmentalen neuralen Versorgung des Körpers entlang der gesamten Wirbelsäule sind eine Reihe von anderen Erkrankungen, z.B. über die Brustwirbelsäule, positiv zu beeinflussen, z.B. chron. Bronchitis, wirbelsäulenbedingte Herzbeschwerden, Nieren- und Unterbaucherkrankungen, zervicale Migräne, Störung der Mikrozirkulation der Extremitäten.

Durch CT oder MRT müssen selbstverständlich vor einer Behandlung weitere mögliche Rückenschmerzursachen abgeklärt werden, die nicht für diese Behandlung infrage kommen, wie u.a. Spondylolisthesis (Wirbelgleiten), Wirbelfrakturen, Wirbel ohne verbleibendes Bandscheibenmaterial und selbstverständlich Tumoren. Blockierungen von Wirbeln erfordern ebenfalls andere Behandlungen.

Die injizierte Substanz (0,9-prozentige Kochsalzlösung), die auch die Grundlage vieler Infusionslösungen ist, gilt als nebenwirkungsfrei. Bei richtiger Injektionstechnik sind - abgesehen von möglichen, vorübergehenden Erstverschlimmerungen - keine Nebenwirkungen zu erwarten.

 

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