Mit einer speziellen Technik werden pro Sitzung eine Reihe von
Injektionen durchgeführt. Eine wirksame Behandlung erfordert
vier bis acht Sitzungen.
Dieser Therapiemethode liegt die entscheidende Erkenntnis zugrunde,
dass Kochsalz die Pumpenaktivität der Nerven regeneriert,
die örtliche Durchblutung steigert und damit die körpereigene
Heilung einer Entzündung fördert.
Entzündungen und Entzündungsherde im Körper,
vor allem um Nervenwurzeln, an Nerven selbst und im umgebenden
Bindegewebe haben sich als grundlegende und häufige Ursache
für Schmerzleiden sowie eine Fülle von anderen Erkrankungen
erwiesen. Als Beispiel seien rheumatische Erkrankungen und
chronische Schmerzen am Bewegungsapparat genannt.
Wenn die Entzündung nicht auskuriert wird, befreien
Bandscheiben-Operationen den Patienten nicht von seinen Schmerzen.
Solange die oder der Betroffene eine Entzündung in sich
trägt, plagen sie oder er sich mit mehr oder weniger
starken Schmerzen, die die Entzündung anzeigen. Operative
Eingriffe entfernen zwar die Bandscheibentrümmer, doch
die Entzündungen im Gewebe um die Nerven und Bandscheiben
herum - und mit ihnen Schmerzen - bleiben oft bestehen.
Durch die physiologische Kochsalzlösung wird die Pumpenfunktion
der Nerven - die sogenannte Natrium-Kalium-Pumpe -
aktiviert und die Durchblutung in der Umgebung der Wirbel (perivertebral)
wieder normalisiert. Stoffwechsel-Produkte, die die Entzündung
und den Schmerz aufrechterhalten, werden abgebaut und ausgeschwemmt.
So kann das Kochsalz den Heilungsprozeß in Gang setzen.
Insbesondere bei chronischen Krankheiten kann es in einzelnen Fällen
anfangs und vorübergehend zu so genannten Erstverschlimmerungen
kommen, mit intervallartiger Zunahme der
Besserung im Heilungsverlauf.
Entsprechend der segmentalen neuralen Versorgung des Körpers
entlang der gesamten Wirbelsäule wird eine Vielzahl von
Krankheiten mit Kochsalztherapie behandelt.
Das Hauptanwendungsgebiet dieser Therapie wird jedoch durch
Schäden an der Wirbelsäule (Bandscheibenschäden),
und hier besonders durch Bandscheibenvorfälle und Bandscheibenvorwölbungen,
gekennzeichnet. Zu den Zielen der Kochsalztherapie gehört
hier,
- Operationen nach Möglichkeit zu vermeiden,
- Schmerzfreiheit zu erreichen,
- Rückbildungen der Bandscheibenvorfälle und Bandscheibenvorwölbungen,
- Beseitigung von Taubheitsgefühlen in Armen bzw. Beinen,
- Wiederherstellung der Beweglichkeit,
- Wiederherstellung der körperlichen Leistungsfähigkeit.
Die Erfolgschancen der Kochsalztherapie sind vermindert,
- wenn größere abgesplitterte, verhärtete Bandscheibenteile
(Bandscheibensequester), die von
der Durchblutung abgetrennt sind, vorliegen, oder
- wenn bereits eine Bandscheibenoperation mit entsprechenden
Vernarbungen des den Wirbel umgebenden (perivertebralen)
Bindegewebes erfolgt ist.
Vorgewölbte Bandscheiben (Protrusion) bilden sich unter der Kochsalztherapie
rasch zurück. Bei zerstörten Bandscheiben (Prolaps-gerissener Faserknorpelring
mit herausgetretenem Gallertkern) tritt aufgrund des normalisierten Stoffwechsels
in den meisten Fällen eine deutliche Schmerzlinderung und vielfach Schmerzfreiheit
auf mit Normalisierung des lokalen Muskeltonus und der Beweglichkeit.
Durch eine Reorganisierung im Bereich des Bandscheibenvorfalls im Verlauf
von Monaten ensteht auf diese Weise eine Stabilisierung des Behandlungsergebnisses
(eigene Fälle mit CT-Kontrolle nach einem Jahr).
In ca. 80 % der Fälle von Rückenschmerzen mit oder ohne Bandscheibenvorfall
habe ich eine rasche Besserung der Beschwerden beobachten können, auch
wenn die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen schon viele Jahre bestanden.
Sensibilitätsstörungen bilden sich in der Regel allmählich
zurück, sofern die Störung nicht zu lange besteht und dabei irreversible
Nervenschäden erzeugt hat.
Sehr gute Ergebnisse sind nach meinen Erfahrungen auch bei Beschwerden im
Hals-Nacken-Bereich, einschließlich Schulter-Arm-Syndrom, kalzifizierten
Schultergelenken, auch mit Sensibilitätsstörungen der Hände
zu erzielen.
Entsprechend der segmentalen neuralen Versorgung des Körpers entlang
der gesamten Wirbelsäule sind eine Reihe von anderen Erkrankungen, z.B. über
die Brustwirbelsäule, positiv zu beeinflussen, z.B. chron. Bronchitis,
wirbelsäulenbedingte Herzbeschwerden, Nieren- und Unterbaucherkrankungen,
zervicale Migräne, Störung der Mikrozirkulation der Extremitäten.
Durch CT oder MRT müssen selbstverständlich vor einer Behandlung
weitere mögliche Rückenschmerzursachen abgeklärt werden, die
nicht für diese Behandlung infrage kommen, wie u.a. Spondylolisthesis
(Wirbelgleiten), Wirbelfrakturen, Wirbel ohne verbleibendes Bandscheibenmaterial
und selbstverständlich Tumoren. Blockierungen von Wirbeln erfordern ebenfalls
andere Behandlungen.
Die injizierte Substanz (0,9-prozentige Kochsalzlösung), die auch die
Grundlage vieler Infusionslösungen ist, gilt als nebenwirkungsfrei. Bei
richtiger Injektionstechnik sind - abgesehen von möglichen, vorübergehenden
Erstverschlimmerungen - keine Nebenwirkungen zu erwarten.